Josef Albers gehört zu den einflussreichsten Künstlern und Kunstlehrern des 20. Jahrhunderts. So lehrte er am Bauhaus, nach seiner Emigration in die USA am Black Mountain College und nach seiner Rückkehr nach Deutschland an der HfG in Ulm. Als einer der Begründer der Op-Art hat er u.a. die berühmte Serie Homage to the Square geschaffen. Seine Experimente mit der Wirkung von Farbe, Form, Linie und Fläche sowie Subjektivität optischer Wahrnehmung hat er in dem Buch Interaction of Color zusammen gefasst. Damit hat er ein Handbuch für Künstler, Lehrer und Studenten hinterlassen, das heute ein Klassiker ist. In seiner Geburtsstadt Bottrop ist Josef Albers das Museum Quadrat gewidmet.

Die folgenden Exponate nehmen als Hommage Bezug auf Josef Albers:

Homage to the Square

HommageToTheSquareAlbers hat sich systematisch mit der Wirkung von Farben auseinandergesetzt. Ein Ergebnis davon ist die Serie Homage to the Square. Bei allen Bildern dieser Serie werden jeweils drei oder vier ineinander geschachtelte Quadrate gezeigt, deren Farben streng kontrolliert aufeinander bezogen aus reinen Tubenfarben aufgebracht wurden. Die Anordnung der Farbflächen bei maximal 4 Quadraten bleibt seitlich immer gleich, dagegen sind die Abstände am oberen Bildrand dreimal so groß sind wie die am unteren Bildrand. Mit seinen zahlreichen, farblich unterschiedlichen Versionen illustriert Albers sowohl Wahrnehmumgsaspekte als auch Wechselbeziehungen zwischen den Farben.

Umsetzung mit Snap!: Die programmtechniische Umsetzung der Quadratbilder von Albers ist denkbar einfach. Etwas despektierlich hat Frieder Nake (1995) denn auch gemeint, die von Albers farblich angestrebte Gleichmäßigkeit des Farbauftrags bei immer gleichen Formen sei eine typisch computergerechte Aufgabe und bedauert den „armen Albers“, da die „Werke, die er tatsächlich gemalt hat, in der Systematik durch eine Codenummer ersetzt werden lönnen. Das ist alles, was bleibt.“

SnaphommagealbersDas Grundelement farbquadrat ist nichts anderes als eine Linie der Länge seite und der genauso festgelegten stiftdicke. Nach dem Einfärben der quadratischen Grundfläche (hier grau) erfolgt (bis zu dreimal, hier nur einmal im roten Kasten gezeigt) das Festlegen der neuen Farbe und Stiftdicke sowie der neuen Anfangsposition des Stifts. Das wars dann schon.

Interaction of Color, Serie RGB

Albers-schwarz-weissAlbers-rot-schwarzAlbers-gruen-schwarzAlbers-blau-schwarz

 

 

 

 

 

 

 

Ein Thema im Buch Interaction of Color von Josef Albers ist die Lichtintensität (Kap. V), bzw. die Fähigkeit unseres Wahrnehmungssystems, feine Farbbuancen zu unterscheiden. Er demonstriert dies an Grauschattierungen, die er in gegenläufigen Linien von Schwarz nach Weiß nebeneinander setzt (Abb. links). Ich habe dies ergänzt um gleichartige Verläufe im RGB-Farbraum, d.h. um Verläufe bei den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau.

Umsetzung mit Snap!: Auch die gegenläufigen Verläufe sind sehr einfach zu erstellen. In der Prozedur liniehelldunkel wird lediglich der Farbwert von hoher Intensität bis zu geringstmöglicher Intensität heruntergeregelt. In der Hauptprozedur werden zuvor lediglich die Parameter festgelegt (stiftdicke und Farbwerte) und dann in einer äußeren Schleife die 15 Linienpaare sowie in der inneren Schleife das einzelne Linienpaar aufgerufen.

alberslinien