Frieder Nake gehört zu den Pionieren der Computerkunst und zählt zu den großen 3N – Nake, Nees und Noll. Wie er selbst schildert (z.B. in DAM Gallery, 2013, S. 5. f.) kam er eher zufällig dazu, als er als Student der Mathematik und Hilfskraft im Rechenzentrum der TU Stuttgart den Auftrag bekam, die Ansteuerungssoftware für den neu beschafften Zeichentisch Zuse Graphomat Z64 zu schreiben. Seine Arbeiten fanden Resonanz in vielen der ersten Ausstellungen zur Computerkunst und auch etlichen neueren Datums (z.B. DAM Gallery 2013, 2015). In seinen Schriften als Professor für Grafische Datenverarbeitung und interaktive Systeme an der Universität Bremen hat er sich immer wieder mit der Computerkunst auseinandergesetzt, auch kritisch mit der von Max Bense  gelieferten theoretischen Position der Informationsästhetik.

Die Algorithmen  von Frieder Nake waren mir nicht zugänglich, sind aber laut seiner Aussage als Pseudocode und Flussdiagramm in seinem Buch Ästhetik als Informationsverarbeitung aus dem Jahr 1974 enthalten (besitze ich leider nicht), dort wohl mit mehr Mathematik als bei den anderen. Das Entwickeln eigener Algorithmen zur Erzeugung stilistisch ähnlicher Merkmale fiel mir übrigens bei ihm deutlich schwerer als bei den meisten anderen Vorlagen.

Die folgenden Exponate nehmen als Hommage Bezug auf Nake:

Rechteckschraffuren Nr. 3

HommageNakeDiese Grafik zählt zu den bekanntesten Werken von Frieder Nake. In Publikationen finden sich zwei Varianten, eine schwar-weiß, eine zweite mit roten Schraffur-Elementen, die ich als Vorlage für das Exponat genommen habe. Ihre Struktur wird bestimmt von mehreren Zufallselementen: Zahl der Rechtecke (hier 20), Position und Größe der Rechtecke, Dichte der Schraffur, horizontale vs. vertikale Ausrichtung und Farbe der Linien (im konkreten Exponat (Abb. rechts) wurden diese weitgehend manuell festgelegt, um möglichst nahe an das Original zu kommen).

Umsetzung mit Snap!: Grundelement ist die Prozedur linienrechteck, die – wie der Name sagt – ein Rechteck aus Linien erzeugt. Der Rest dient weitgehend der Festlegung der zufallsgesteuerten Werte in rechteckzahlen, also für die Position (die in startpunkt dann angesteuert wird), der Schraffur mit dicke und abstand der Linien, der Anzahl mit nlinien und der Ausrichtung mit richtung.

SnapNake

Rechteckschraffuren farbig

Nake-Farbe-2Nake-Farbe-3Nake-Farbe-4Nake-Farbe-5

 

 

 

 

 

 

 

Es wird das oben beschriebene Programm unverändert verwendet. Allerdings werden hier die Farben der Rechtecke über Zufallszahlen frei variiert.