Georg Nees war wohl der Erste, dessen algorithmisch erzeugte Plottergrafiken (mit dem Zuse Graphomat Z64) öffentlich als Computerkunst ausgestellt wurden. Seine Doktorarbeit, die er bei Max Bense (im Fach Philosophie) anfertigte, wurde 1969 unter dem Titel Generative Computergrafik publiziert. Er verbindet darin Theorie, Grafik und Programmcode, behandelt das Thema damit aus informatischer und philosophisch-ästhetischer Sicht.

Die folgenden Exponate nehmen als Hommage auf die Arbeitenvon Nees Bezug:

 

Schotter

Schotter-22-HommageNeesDie Grafik Schotter ist eine Ikone der Computerkunst und fehlt in kaum einer Monografie zur Computerkunst. Sie zeigt schön das Zusammenspiel von regelmäßiger Struktur und Zufall. Ich weiß nicht mehr, wo ich das Bild zuerst gefunden hatte, jedenfalls nicht im Kontext Computerkunst, aber es war die erste, die ich dann 1989 mit der Programmiersprache Logo (damals mit einer Apple Logo Version) nachprogrammiert habe.

Analyse und Umsetzung mit Snap!: Der Aufbau dieses Bildes ist eigentlich denkbar einfach: Eine Anzahl von n Quadraten (zaehler) bilden eine Reihe. Die Wiederholung von m dieser Reihen (hoehe) bilden das Gesamtbild. Von Reihe zu Reihe erhöht sich die zufällige drehung eines jeden Quadrats (zaehler x delta). Es liegt also nahe, damit die Erzeugung in einfache aufeinander aufbauende Prozeduren zu zerlegen.

Grundelement ist der stein, der aus einem Quadrat bzw. bei uns gleich verallgemeinert aus einem n-eck besteht, dessen Ausrichtung über eine zufallsgesteuerte drehung festgelegt wird. Daraus wird nun jeweils eine reihe von n-Ecken erzeugt. Die Prozedur schotter schließlich erzeugt die gewünschte Anzahl Reihen von n-Ecken untereinander:


schotter

Schottervarianten Drehung I – IV

Schotter-0Schotter-10 Schotter-14 Schotter-25

 

 

 

 

 

 

 

Umsetzung mit Snap!: Es wird das oben beschriebene Programm Schotter unverändert verwendet. Einzig über Variation des Parameters drehung von 0 (links) bis 25 (rechts) wird der zunehmend unruhige Eindruck des Schotters erzeugt.

 

Schottervarianten n-Eck I – IV

Schotter-n2Schotter-n3Schotter-n5Schotter-n8

 

 

 

 

 

 

 

Umsetzung mit Snap!: Es wird wieder das oben beschriebene Programm Schotter unverändert verwendet. Diesmal wird über Variation des Parameters n-ecken von 2 (links) bis 8 (rechts) die Form der Polygone in der Prozedur n-eck festgelegt.

Vorhang

 Faeden-2Faeden-6

 

 

 

 

 

 

 

Umsetzung mit Snap!: Es wird wieder das oben beschriebene Programm Schotter verwendet. Allerdings werden die Quadrate hier durch Linien der Stiftdicke laenge erzeugt (der Seitenlänge des Quadrats). Die Prozedur stein vereinfacht sich dadurch zum Ziehen einer Linie, die restlichen Prozeduren bleiben unverändert.

Irrwege

NeesPolygonfeldRW NeesPolygonfeld

Explosion des schwarzen Quadrats

Nees-Explosion