gbMit der Digital Art Gallery möchte ich einige Ergebnisse meines Recoding & Remixing der frühen Computerkunst und anderer Kunstrichtungen dokumentieren. Es sind Hommagen an die jeweils genannten Vertreter der frühen Computerkunst. Die Programmierung aller Bilder erfolgte mit der visuellen Programmierumgebung Snap!, die ich an anderer Stelle ausführlicher vorstellen werde. Die Sammlung soll fortlaufend ergänzt werden. Es lohnt sich wieder zu kommen …

Hommage à Bartnig: Entwicklung zum Quadrat

bartnigHorst Bartnig ist ein Vertreter der Konkreten Kunst, der früh den Computer dazu nutzte, Serien und Variationen zu erstellen. Ein typisches Beispiel ist Entwicklung zum Quadrat (im Original Weiß auf Schwarz),bei dem in einer tabellarischen Anordnung Linien vermehrt auftrteten und einen Verdichtungseffekt erzeugen.

Die Erzeugung dieses und vergleichbarer Bilder ist relativ simpel mit geschachtelten Wiederholungsschleifen möglich.

Hommage à Nash: Triangle 9

triangle-9Bei der ASCII-Art werden Bilder mit dem Zeichensatz von Schreibmaschinen bzw. Druckern erzeugt. Der dafür verwendete ASCII-Zeichensatz ist weltweit genormt. Besonders geeignet dafür sind nichtproportionale Schriften, d.h. solche, bei denen alle Buchstaben gleich breit sind (etwa Courier, die ursprünglich für elektrische Schreibmaschinen entwickelt wurde). Auch in der Computerkunst wurden Drucker verwendet. Als Beispiel dient das Bild Triangle 9 (in Franke, 1971, S. 25) von Katherine Nash (1910 – 1982).

Dieses und vergleichbare Werke könnten natürlich „stilecht“ mit elektrischen Schreibmaschinen oder Zeilendruckern nachvollzogen werden. Da es hier aber vor allem um die grafischen Strukturen geht, habe ich Dreiecke mit einem externen Texteditor erstellt und dann als Kostüme in Snap! importiert und diese wie notwendig positioniert und ausgerichtet.

Hommage à Nees: Schotter

NeesSchotterDie Sammlung wurde eröffnet mit dem Bild Schotter. Zum einen ist es eines der bekanntesten Bilder der Computerkunst überhaupt, das in sehr vielen Publikationen wiedergegeben ist. Es stammt von einem der Pioniere der Computerkunst, Georg Nees, der dazu (übrigens als einer der ganz Wenigen) den Algorithmus dazu dokumentiert hat. Zum anderen war es das erste Werk der Computerkunst, mit dem ich mich überhaupt näher befasst habe – anfangs ohne zu wissen, dass es ein Werk von Nees war.

Für mich war es das Ergebnis einer ersten unabhängigen Implementierung 1989 mit der Schildkröten-Grafik in Logo, basierend auf einem Bild ohne Titel in einem Programmierbuch. Erst jetzt – 25 Jahre später – stieß ich auf seine Dissertation als ich über die frühe Computerkunst arbeitete. Dabei war ich dann überrascht, dass das Bild Schotter ganz unterschiedlich realisiert wurde. Ich habe das Bild rekursiv erstellt, während Nees einfache Wiederholungsschleifen verwendet hat. So haben unterschiedliche Wege zum gleichen Ergebnis geführt.

schmetterlingHommage à Sonderegger: Schmetterling

Diese Grafik ist ein Recoding des Bilds Schmetterling (nach Bruno Sonderegger, zu finden in Franke, H.W., 1971: Computergraphik – Computerkunst, S. 16. ). Entstanden ist es ursprünglich als Testbild für eine Zeichenanlage CORAGRAPH. Solche Entwicklungen sind nicht untypisch für die ersten Bilder der frühen Computerkunst .

Das Bild besteht aus vier gleichartigen Linienmuster (von rechts nach links bzw. umgekehrt und nach oben bzw. unten). Durch die Überlagerung der Strahlenbündel ergeben sich Moiré-Effekte.

wird fortgesetzt …